Verjüngungskur: Anna Vinnitskaya spielt Rachmaninov

Verjüngungskur: Anna Vinnitskaya spielt Rachmaninov

Bei Evergreens wie dem zweiten Rachmaninow-Konzert scheint es fast unmöglich, substanziell Neues aus dem abgespielten Notentext herauszuholen. Die 34-jährige Russin Anna Vinnitskaya unterzieht das strapazierte Opus dennoch einer faszinierenden Verjüngungskur, unterstützt von dem jungen polnischen Dirigenten Krzysztof Urbański und dem erstaunlich „russisch“ klingenden NDR Elbphilharmonie Orchester. Dabei unternimmt sie nicht den Versuch, die tief romantische Seele des c-Moll-Konzerts – und ebensowenig den überschäumenden Spielwitz der Paganini-Rhapsodie – etwa einzudämmen oder brachial aufzudonnern, sondern die tief russische, noble Empfindsamkeit Rachmaninows mit geradezu magischer Klangsinnlichkeit wieder aufblühen zu lassen: Anna Vinnitskaya hat es nicht nötig, mit virtuosen Mätzchen zu glänzen, ihre mühelose technische Perfektion verschwindet fast hinter der großen melodischen Linie, die den Solopart organisch in den großen Klangstrom des Orchesters einbindet und wellenartig die Stimmungen und ­Farben wechselt. Ähnlich feinsinnig, nobel-intelligent und punktgenau-präzis meistert sie dann auch die kecken Paganini-Variationen.

Rachmaninov: „Klavierkonzert Nr. 2, Paganini-Rhapsodie“, Anna Vinnitskaya, NDR Elbphilharmonie ­Orchestra, Krzysztof Urbański
(Alpha)
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