Resound Beethoven: Symphonies 1 & 2

Resound Beethoven: Symphonies 1 & 2

Solange die Ziele der Französischen Revolution nicht verwirklicht sind, wird Beethovens Musik, die wie keine andere diese Ideale rigoros proklamiert, ihre brennende Aktualität bewahren. Nur sind dieser moralische Furor, diese Sprengsätze des Humanen in heutigen Aufführungen kaum noch zu spüren. Der Wiener Organist und Dirigent Martin Haselböck plant jetzt, die Sinfonien Beethovens nicht nur im Originalklang, sondern auch an den Originalschauplätzen wiederzubeleben. Unter dem hippen Titel „Re-Sound Beethoven“ hat er jetzt mit seinem Orchester Wiener Akademie die ersten beiden Sinfonien des Meisters im barocken Ambiente des liechtensteinischen Landhauses aufgenommen, wo diese beiden Sinfonien zu Beethovens Lebzeiten erklangen. Was mich aber vom Stuhl gerissen hat, ist nicht nur die wunderbar intime Akustik des Wiener Prachtsaals, sondern die geradezu subversive Spielfreude, mit der das vierzigköpfige Ensemble diesen frühen Manifesten des Aufbruchs ihren revolutionären Stachel wieder einpflanzt. Dabei mischt es neben aller Aufsässigkeit aber auch eine Prise Wiener Humor dazu, sodass diese abgespielten Stücke hier mit Eleganz und Biss allen alten Ballast und alle teutonische Steifheit abstreifen und frische Lebensenergien freisetzen: Beethoven wird hier zum Mitstreiter von Charlie Hebdo, WikiLeaks und allen anderen frechen Aufklärern von heute.

Martin Haselböck: Beethoven: Re-Sound - Symphonies 1& 2
Alpha (Note 1 Musikvertrieb)
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