Pathos, Verehrung, Innehalten: Peter Schöne und Moritz Eggert

Pathos, Verehrung, Innehalten: Peter Schöne und Moritz Eggert

Viel spannender als die sporadisch in Konzerten auftauchenden Klavierwerke des Philosophen Friedrich Nietzsche sind die Vertonungen seiner Gedichte. Das schillernde Spektrum dieser Auswahl reicht von Richard Trunk über Nikolai Medtner (den „russischen Brahms“), Paul Hindemith, Ernst Pepping bis Arnold Schönberg. Der Bariton Peter Schöne und Moritz Eggert, der Spieler unter den Gegenwartskomponisten, stellen zwei Gruppen von Wolfgang Rihm und Peter Ruzicka ins Zentrum ihrer Auswahl. Die lyrisch prägnante Stimme mit tenoralem Fokus und sagenhaft deutlicher Diktion nimmt den Hörern alle Schwellenängste vor diesen komplexen Kleinoden. Moritz Eggert filtert Verständlichkeit aus den vorsichtigen Klanggebilden seiner Zeitgenossen. Insgesamt ist das wohl eine der spannendsten Lied-Anthologien der letzten Jahre: Emphase und Kritik, Verherrlichung und Distanz, Deutlichkeit und Raunen.

Von Roland Dippel

Peter Schöne & Moritz Eggert: „Der Klang des Denkers. Vertonungen von Gedichten Friedrich Nietzsches“
(radiobremen)
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