Über-sinnlich

Über-sinnlich

In einem Interview verriet die 26-jährige Italienerin Ottavia Maria Maceratini, dass die Arbeit, die sie zur Zeit mit ihrem mentor und crescendo-Autor Christoph Schlüren mache, darauf hin ziele, „sich einen Zugang zu jenen Strukturen der Musik zu verschaffen, die normalerweise den Sinnen entgehen, die aber die einmalige Ausdruckskraft und kernhafte Identität eines Werkes ausmachen.“ Was genau das bedeutet, erschließt sich beim Hören ihrer Debüt-CD „One Cut“. Denn vermag die Zusammenstellung dieses Tonträgers – das Programm erstreckt sich vom Barock bis zum 20. Jahrhundert – zunächst willkürlich erscheinen, ist sie doch offensichtlich wohl durchdacht und hinreißend. Sämtliche Komponisten –  von Scarlatti, über Mozart, Chopin bis hin zu Tiessen, Foulds und Debussy – spielt die Italienerin mit solch überbordenden Gefühlswallungen, einer spannungsgeladenen Dynamik und einer rhythmischen Verve, dass es schlichtweg begeistert. Wenn man dann noch weiß, dass diese CD mit nur einem einzigen Schnitt auskam, kann man fast sprachlos werden. Diese Ottavia Maria Maceratini ist über-sinnlich.

Ottavia Maria Maceratini: One Cut
Aldila (Klassik Center Kassel)
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