Wiener Jazz-Träume: Strings & Bass

Wiener Jazz-Träume: Strings & Bass

Streichquartette sind äußerst seltene Gäste im Jazz. Die aus drei Österreichern und dem deutschen Primgeiger Florian Willeitner bestehende Viererformation „Strings & Bass“ aber dürfte einmalig sein. Denn da haben sich zwei Topgeiger und ein Cellist mit dem Wiener Kontrabass-Virtuosen Georg Breinschmid zusammengetan, um in ungemein raffinierten, komplex ausgetüftelten Arrangements einen weltoffenen, auf „klassischem“ Fundament basierenden und zugleich folkloristisch inspirierten Jazz zu kreieren, bei dem Breinschmid mit seinen knackigen Bass-Grooves eine ganze Rhythmusgruppe ersetzt. Die anderen drei aber entfalten mit kühnen harmonischen Sequenzen atmosphärische Stimmungsbilder von orchestraler Dichte oder steigern sich in wilde Improvisationsduelle. Eine 15-minütige, sauber durchkomponierte „irische“ Rhapsodie bildet den ernsten Seelenkern des ungewöhnlich dichten Programms, während die vier ihr wildes Herz in Kreizal, einem atonal-schrillen, subversiven Blues ausleben. „Strings & Bass“ ersetzt locker eine ganze Big Band.

„Strings & Bass“, Florian Willeitner, Johannes ­Dickbauer, Matthias Bartholomey, ­Georg Breinschmid
(Gramola)
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