Wienerisches aus Düsseldorf: Adam Fischer dirigiert Mahlers Vierte

Wienerisches aus Düsseldorf: Adam Fischer dirigiert Mahlers Vierte

Gustav Mahler bezeichnete seine Vierte als „symphonische Humoreske“ und sprach von „der Heiterkeit einer höheren, und fremden Welt, die für uns etwas Schauerlich-Grauenvolles hat“. Von dieser Doppelbödigkeit ist in heutigen Aufführungen freilich kaum noch was zu spüren, da Mahler längst zu einem „Klassiker“ glattgebügelt wurde. In Düsseldorf hat Adam Fischer jetzt nach einer überraschend lichten Siebten seinen Einstieg in Mahlers Kosmos mit einer ähnlich schlanken und kammermusikalisch feingliedrigen Vierten fortgesetzt und dabei seine Düsseldorfer Symphoniker zu einer dezidiert „Wienerischen“ Spielweise animiert: So beschwört er etwa mit charakteristischen Glissandi ein typisch „kakanisches“ Lebensgefühl und verleiht der „himmelblauen“ Sinfonie von den ersten Takten an ein ganz besonderes Flair des Authentischen und Anmutigen. Als gebürtiger Budapester verfügt Fischer über ein instinktives Gespür für die spezifisch österreichischen Tonfälle Mahlers, die er dann mit großer Sensibilität in glasklar durchgezeichnete polyphone Strukturen verwandelt. So findet er eine schöne Balance zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Naivität und feiner Ironie. Das trifft auch für das himmlische Finale zu, in dem Hanna-Elisabeth Müller frisch und unbefangen Mahlers Jenseits-Phantasien verkündet.

Mahler: Symphony No. 4 Adam Fischer, Hanna-Elisabeth Müller; Düsseldorfer Symphoniker
(CAvi-Music)
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