Musikalische Verbindungen zu Mozart

(Foto: Stiftung Mozarteum)

Die Salzburger Mozartwoche schlägt Brücken zu Arvo Pärt und den Jubilaren 2014 Richard Strauss, Christoph Willibald Gluck und Carl Philipp Emanuel Bach.

Es ist ein ebenso gelassenes wie ambitioniertes Motto: Die alljährlich rund um den Geburtstag des berühmtesten Sohnes der Sal­zachstadt stattfindende Mozartwoche der Stiftung Mozarteum Salzburg bietet vom 23. Januar bis 2. Februar 2014 Orchesterkonzerte, Oper, Oratorium, Kammermusik und Solistenkonzerte im Rahmen eines Konzepts von „sowohl – als auch“, in dem (vermeintliche) Kontraste in Beziehung gesetzt oder die Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Blickwinkel aufgezeigt werden. So teilen sich Fazil Say am modernen Konzertflügel und Kristian Bezuidenhout am Hammerklavier den Zyklus sämtlicher Klaviersonaten Mozarts und präsentieren ihre Sichtweisen an je zwei Nachmittagen (28.-31.01.). Der Suche nach dem Originalklang verpflichtete Ensembles wie Les Musi­ciens du Louvre Grenoble oder das Freiburger Barockorchester stellen sich dem Vergleich mit dem Klangbild der Wiener Philharmoniker, deren Konzerte von drei so unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten geleitet werden wie Paavo Järvi (25.01.), Marc Minkowski (29.01.) und Daniel Barenboim (01.02.). Letzterer wird sowohl als Dirigent (mit den drei letzten Mozart-Sinfonien) wie als Pianist (30.01.) zu erleben sein und hier neben Werken von Mozart und Schubert auch die Stimmungsbilder, op. 9 von Richard Strauss spielen.

Der große Mozart-Dirigent und -Verehrer Strauss, 1864 in München geboren, darf als einer der Jubilare des Jahres 2014 gefeiert werden. Seinem Schaffen, über dem das Streben nach dem Mozartschen Kunstideal stand („Sehen’s, so einfach möcht’ ich komponieren können!“), ist folgerichtig ein Konzertschwerpunkt gewidmet, in dem unter anderem die Vier letzten Lieder mit Soile Isokoski (29.01.) und das Oboenkonzert D-Dur, gespielt von François Leleux (01.02.), zusammen mit Musik des Salzburger Meisters erklingen.

Das Streben nach Einfachheit verbindet auch Vergangenheit und Gegenwart, kennzeichnet doch die bewusste Reduktion auf das Wesentliche die Musik eines der populärsten zeitgenössischen Komponisten, des 1935 in Estland geborenen Arvo Pärt. Zahlreiche Werke des diesjährigen „Artist in residence“ schimmern als roter Faden durch die Mozartwoche. Sie verknüpfen, wie Pärts Bearbeitung des Mozart-Adagios für Violine, Violoncello und Klavier (26.01.) oder kontrastieren, wie die Orchesterfassung des ursprünglich für Chor und Orgel geschriebenen Littlemore Tractus, die als Auftragswerk der Stiftung Mozarteum mit dem neuen Titel Swan Song von den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Marc Minkowski erstmals erklingt (29.01.).

Begegnet Mozart in diesem Kontext der Musik unserer Zeit, so wird er innerhalb einer anderen dramaturgischen Leitlinie konsequent mit der seiner Zeitgenossen in Beziehung gesetzt. Mit Kompositionen von Muzio Clementi sowie von Carl Philipp Emanuel Bach und Christoph Willibald Gluck, beide Jahrgang 1714. Ein besonderer Glanzpunkt verspricht dabei Ivan Alexandres Inszenierung eines Schlüsselwerks der Gattung Oper zu werden: Glucks Orfeo ed Euridice in der selten aufgeführten Wiener Urfassung, mit Bejun Mehta als Orfeo und Marc Minkowksi am Dirigentenpult (23./31.01.). Eine weitere Rarität ist mit René Jacobs, dem Freiburger Barockorchester und Carl Philipp Emanuel Bachs Oratorium Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu zu entdecken, in der 1788 von Mozart eingerichteten Fassung für eine Aufführung in Wien (24.01.). Bachs Symphonie C-Dur Wq 174 liegt dann auf den Notenpulten des Mozart Kinderorchesters neben Werken seines Namenspatrons und Arvo Pärts, wenn das 2012 von der Stiftung Mozarteum gegründete, jüngste Ensemble der Mozartwoche den sicher wieder mitreißenden Schlussakkord setzt (02.02.).

Mozartwoche 2014

23. Januar bis 2. Februar 2014
Stiftung Mozarteum Salzburg
Information und Kartenservice:
Tel.: +43-(0)662-87 31 54
Fax: +43-(0)662-87 44 54
www.mozarteum.at
tickets@mozarteum.at
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