Paul Potts

paulpotts.jpg

Heute haben wir diesen Leserbrief bekommen, den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen:

Ein Gesangswettbewerb in England, einer von vielen weltweit. Wie immer, Kandidaten, die es meistens nicht drauf haben und ganz selten kommt mal ein Diamant hoch.

So auch hier. Der erste Eindruck, wenn man Paul Potts im Video sieht?

“Oh my, was ein Loser, komisches Aussehen, schiefe Zähne, null Ausstrahlung, kleiner Hänfling, null Selbstbewusstsein. Mobilfunkverkäufer, auch noch. Der singt bestimmt schrecklich. Dazu auch noch ein klassisches Stück, Nessun Dorma, das kann nur ein Pavarotti singen…”.

Und es ist wunderbar, dass Gott einem die eigene Arroganz direkt zurück in die Fresse haut:)) Schaut Euch mal die Reaktion der Jury vorher und nachher an;)

Der Mann hat ein wunderbares Talent auf den Weg mitgegeben bekommen.

Anschnallen und genießen, sein Erstauftritt, life rocks:

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Kommentare

  1. Martina Pohl
    7. August 2008 at 12:19

    Ja, Talent mag er haben. Leider ist das Motto solcher Sendungen, das Talent eines Nachwuchsängers auszubeuten, nicht auszubilden.
    Wenn Herr Potts schlau ist, nimmt er das Geld aus den Einnahmen seiner unsäglichen CD, steckt es in weiteren guten Gesangsunterricht und läßt von “Nessun dorma” bis auf weiteres die Finger…
    Im übrigen war der erste Verdacht durchaus der richtige: “Nessun dorma” kann tatsächlich nur ein Sänger vom Format eines Pavarotti singen. Davon ist Potts noch Lichtjahre entfernt.
    So, und jetzt mag man auf mich einprügeln und mich der Arroganz zeihen.

  2. D. Maurer
    17. August 2008 at 15:41

    Sehr geehrte Frau Pohl!
    Selbstverständlich ist es richtig, dass Pavarotti der gesangstechnisch eindeutig bessere Sänger ist. Ein gravierender Unterschied besteht allerdings darin, dass man bei “Nessun dorma” von Pavarotti anerkennend zuhört, beim “Nessun dorma” von Paul Potts jedoch fast alle Hörer Gänsehaut bekommen.

  3. Martina Pohl
    19. August 2008 at 07:19

    Najaaa, es ist ja zum Glück alles im Leben Geschmackssache, und vielleicht bin ich ja auch schon durch all die wunderbaren Sänger die mich seit meiner Kindheit begleiten verdorben, aber ich kriege Gänsehaut bei Schmidt, Wunderlich, Callas, Pavarotti, Berger und Villazón. Ich würde morden um Wunderlichs Tamino oder Callas Violetta via Zeitreise einmal erleben zu dürfen und nie darf ich meinen sparsamen Eltern erzählen, was mich das Wochenende im Oktober in Berlin kosten wird, an dem ich Villazóns Lenski hören werde (so RV gesund ist und singen wird, aber die Nachrichten aus Salzburg klingen bis jetzt ja ganz gut). Paul Potts löst diese Begeisterung bei mir nicht aus. Aber da die Vorliebe für einen bestimmten Stimmklang ohnehin eine sehr persönliche Sache ist, über die zu streiten keinen Sinn macht, wünsche ich allen Potts-Verehrern viel Freude mit sener CD und ihm alles Gute. Ein symphatischer jnuger Mann, dem man nur das beste wünschen kann ist er jedenfalls. Und für seinen Mut, sich in dieser Sendung hinzustellen und Oper zu singen, gebührt ihm ohnehin großer Respekt!

  4. mala
    20. August 2008 at 22:07

    Naja, ich denke schon, daß man hier etwas trennen muß – In der Unterhaltungsshow hat ein Mann den Mut gehabt, etwas besonderes zu singen: “Nessun dorma” ist etwas besonderes und diese Arie hat einfach Magie – noch dazu in dem musikalischen Umfeld, in dem dies stattgefunden hat. (Bis ein professioneller Opernsänger sich an diese Arie traut, bedarf es schon einiger Erfahrung, Reife und Können!) Eine musikalische oder gesangliche Ausbildung haben die Teilnehmer dort kaum – ich will das nicht abwerten, es ist einfach so. Es werden ja Talente gesucht, Talente, die noch formbar sind. Aber das heißt noch lange nicht, daß Her Potts nun das Non plus ultra ist, nur weil gerade diese Zielgruppe eigentlich mit der Oper recht wenig am Hut hat und berührt ist vom Zauber dieser Musik. Und eines sei ganz klar gesagt, um Nessun Dorma singen zu können, bedarf es um einiges mehr – Können, Wissen, Kunst, Ausbildung und Stimme! Ich stimme Martina Pohl absolut zu. Sollte Herr Potts wirklich ernsthaft Oper singen wollen, dann sollte er eine fundierte Gesangsausbildung anstreben – er ist und bleibt ein Amateur – nicht mehr aber auch nicht weniger. Seine Liebe zu dieser Musik sei ihm unbenommen und ich finde es wunderbar für jeden dort im Zuschauerraum und für Herrn Potts selbst, Freude an dieser Musik geweckt zu haben.Dieser Verdienst gehört ihm allemal in diesem Rahmen. Aber Kunst – Oper – ist mehr.Sonst könnte es ja wirklich jeder, und dem ist nicht so – Gott sei Dank!

  5. Martina Pohl
    21. August 2008 at 15:22

    @mala
    Glückwunsch und Respekt! Du hast das Phänomen “Paul Potts” sehr treffend auf den Punkt gebracht!

  6. Marko
    27. August 2008 at 18:16

    Eine neue Spezies: Die Youtube Stars
    In einem anderen Forum wurde folgende Klassik Youtube Videos Liste verlinkt:
    http://www.musikrezensionen.de/klassik-dirigenten.html

    Ist schon eine klasse Sache Youtube ;)

  7. Jacob
    30. August 2008 at 12:41

    Meine Güte!

    Ich selbst mag Opernmusik und klassischen Gesang sehr gerne, von Enrico Caruso, über die Klassiker wie Luciano Pavarotti, bis zu den jungen Supertalenten wie Rolando Villazón und Juan Diego Florez – nur um bei den Männern zu bleiben. Sicherlich ist Paul Potts kein Operngenie – wie denn auch als halber Autodidakt?

    Warum mag das Publikum Paul Potts? Die Antwort ist ganz einfach. Bei einem Startenor wie Pavarotti erwartet man von vornherein nichts anderes, als dass er perfekt singt, und man rümpft schnell die Nase, falls ein Könner wie er mal einen schiefen Ton erwischt. Bei Otto-Normal-Menschen wie Paul Potts – mit denen sich zudem jeder Hörer leichter identifizieren kann, als mit einem Profi wie Pavarotti – ist es exakt umgekehrt. Ihm traut man anfangs nichts Großes zu, ist daher umso angenehmer überrascht und schaut wohlwollend über jeden gesanglichen Patzer hinweg. Es ist ein Spiel mit den Erwartungen. Im ersten Fall sind sie riesig und werden schon durch Kleinigkeiten enttäuscht. Im zweiten Fall sind sie minimal.

    Wisst ihr worauf es in der Musik ankommt? Auf Professionalität? Auf geniales Talent? Auf perfektes Können?

    NEIN, NEIN und nochmals NEIN!!! Es kommt einzig und allein darauf an, dass die Musik einem Freude bereitet. Es kommt darauf an, dass man mit Leib und Seele dabei ist – nicht umsonst werden die Nichtprofessionellen auch als “Amateure”, also “Liebhaber” bezeichnet. Alles andere ist nur schickes Beiwerk. (Übrigens, schlechte Kritiken sind nicht selten eine Auszeichnung – einige der größten Künstler wurden von ihren Kritikern regelmäßig verrissen, weil diese schlichtweg überfordert waren.) Weder Mozart, noch Bach hatten eine vergleichbare Ausbildung absolviert, wie es heutzutage ambitionierte Profi-Musiker tun – nur um sich dann selbst als eingeweihte Mitglieder eines elitären Zirkels zu fühlen, von dem aus es sich ja so leicht auf Andere herabschauen lässt.

    Solches Denken entstammt noch dem 19. Jahrhundert!

    Wenn Paul Potts gerne Oper singt – und davon bin ich überzeugt -, dann hat er jedes Recht dazu. Und wenn es Menschen gibt, die ihn gerne singen hören, dann macht sein Album Sinn. Sollten durch ihn zufälligerweise auch ein paar Hörer anfangen, sich für “richtige” Klassik und Oper zu begeistern, dann kann man Paul nur dankbar sein.

    Also bleiben wir mal locker und entspannen uns. Nicht jeder Mensch möchte gleich in die hochkomplexe, sehr anspruchsvolle Welt der klassischen Musik eintauchen, die selbst die Eingeweihten manchmal zu überfordern vermag. Den meisten Hörern reicht auch “Klassik light”. Und ob man darüber hinaus nun Pavarotti mag oder Paul Potts, ist pure Geschmackssache.

    Sicher nervt – mich zumindest – der ganze momentane Medienhype. Aber das geht schnell vorbei… ;-)

  8. Martina Pohl
    30. August 2008 at 15:09

    Ich laß ihn doch singen, ich hab nur gesagt, daß er mich nicht begeistert.
    Und nein: ich rümpfe nicht die Nase wenn ein Profi mal einen schiefen Ton erwischt, oder eine hohe Note vergeigt, weiß Gott nicht. Für mich zählt bei Sängern auch nicht in erster Linie Technik, nicht mal reine Stimmschönheit sondern Wahrheit, Aufrichtigkeit und Intensität, deshalb bin ich auch den Villazóns, Callas’ und Dessays dieser Welt verfallen, auch wenn man immer mal wieder um die noch lebenden unter ihnen zittert. Diese Leute können von mir auch mal eine ganze Arie verbaseln, was schert mich, ob bei Callas’ Violetta die Koloraturen in jeder Senkunde brilliant sind oder nicht, wenn ich ein menschliches Drama erlebe das die Welt noch nicht gesehen hat ? Was schert es mich, daß der “Don Carlos” für Villazón eine Grenzpartie ist und man das ab und zu auch hört, wenn er das intensivste, brennendste Rollenportrait malt, daß ich je gesehen habe? Nein, es geht nicht um Perfektion, im Gegenteil. Absloute Perfektion ist der Tod und der Feind jeder aufrichtigen Darbietung. Durch das unperfekte wird sie erst berührend und mitreißend.Aufrichtige Begeisterung für seinespreche ich Paul Potts ganz gewiß nicht ab,er gerfällt mir halt nur nicht, das ist alles.

  9. Jacob
    2. September 2008 at 16:40

    Dann sind wir uns ja einig ;-)

  10. Martina Pohl
    3. September 2008 at 11:23

    Wie schön! :-)

  11. Sturmboe
    24. September 2008 at 11:04

    Jacob, deine Antwort gefiel mir. In der Tat die meisten Menschen hören Klassik light ,nicht nur weil sie dies so hören wollen,
    sondern weil die meisten nicht die Möglichkeit hatten,wie Martina Pohl an Musik rangeführt zu werden. Ich denke auch,das Wichtigste ist,dass die Musik jemanden Freude bereitet. Deshalb können Kritiker so manchen Künstler abwerten aber am Ende hat dieser seine Anhänger–trotz- schlechter Kritik.
    Außerdem geht mir egal ob auf einem Konzert oder einer Gemäldeausstellung oft dies so gezierte Verhalten der Besucher auf die Nerven. Jeder will mehr Kunstverständis als der andere haben.
    Gelacht hatte ich auf einer Vernisage (Bilder gemalt von einen Affen—–lauter Farbkleckse—) hier wurde über die grandiosse Farbenpracht usw. der Bilder sich ausgelassen. Gerne hätte ich noch die Gesichter dieser Kunstbefliessenen gesehen.
    Ich denke einfach mal ,man sollt nie die Nase zu hoch tragen und die anderen singen und malen lassen. Selbst der kleinste Künstler versucht sein Bestes zu geben
    Die Shwos von Dieter Bohlen finde ich widerlich aber ,wie man sieht ,er hat Erfolg. Auch wenn ich ihn nicht mag. Deshalb war für mich Paul Pott eine erfreuliche Erscheinung Ich hoffe er läßt sich im Gesang ernsthaft ausbilden und bleibt dabei Mensch.
    In seiner Stimme liegt nämlich sehr viel Gefühl

  12. Jacob
    2. Oktober 2008 at 00:20

    Volle Zustimmung, Sturmboe ;-)

    So, und nun höre ich weiter Jaroussky… wäre bestimmt lustig, wenn mal ein Otto-Normal-Mensch wie Paul Potts in eine “Superstar”-Show kommt und den Countertenor gibt. :-D

  13. jemand, der Fritz Wunderlich gehört hat und Paul Potts deswegen geradezu lächerlich findet
    19. Oktober 2008 at 02:45

    Paul Potts ist ein “Stimmwunder” für die breite Masse. Jene Masse eben, die sich vor die Glotze setzt und diese unsäglichen Castingshows anschaut. Jene Masse, die einer Anna Netrebko lieber auf ihren Hintern und das Dekolletee schaut, anstatt auch nur annähernd die Leistung ihrer Stimme verstehen zu können. Jene Masse, die zwischen Oper und klassischer Musik nicht unterscheiden können. Jene Masse, die Pavarotti nur aus dem Fußballstadion kennt. Jene Masse eben, die immer so gern “sein würde” und nie dafür arbeitet, endlich mal “zu werden”…
    Aber so sind sie halt, die Menschen :-)

  14. Martina
    20. Oktober 2008 at 10:33

    Hui, mit Fritz Wunderlich fahren Sie natürlich die ganz großen Geschütze auf! :-)
    Mein Neid ist Ihnen sicher, ich habe ihn leider nie live hören dürfen, da ich noch nicht mal geboren war als er gestorben ist. Natürlich ist dieser Jahrhundertsänger bis heute das Maß aller Dinge. Im übrigen: Glückwunsch zu dem Coup, Potts und Wunderlich in einem Satz zu nennen ;-)

  15. Detlef
    20. Oktober 2008 at 18:02

    Zunächst zolle ich Herrn Jacob und Sturmboe meinen Respekt für die Darstellung, die sich von den weiteren Kommentatoren bemerkenswert schon deshalb abheben, weil es anderen überlassen wird, auch einen Paul Potts gut zu finden.
    Ich zähle nun aber zu der “breiten Masse”, die in der Vergangenheit zwischen Oper und klassischem Gesang nicht unterschieden hat, für mich war alles “Klassik” und etwas, was mich überhaupt nicht berührte. Gelegentlich in Unterhaltungssendungen auftretende Tenöre fand ich auch beeindruckend, aber nicht so sehr, daß ich mir CD“s beschaffe.
    Die Geschichte von Herrn Potts wird widersprüchlich dargestellt.
    Aber es ist völlig egal, ob er eine Ausbildung, in welchem Umfang auch immer, hatte oder nicht und ob er Handyverkäufer war oder vorher schon mal aufgetreten ist und wo er Ausbildung genoß. Und ebenso ist es egal, ob sein erster Auftritt inszeniert wurde oder tatsächlich authentisch dargestellt.
    Die Story selbst macht die Sache zunächst interessant und führt Kulturbanausen wie mich überhaupt dazu, hinein zu hören und zu sehen.
    Ob die Interpratation von Potts nun aus Sicht der Kunstkenner gut war oder nicht, mögen sie auch über ihn lachen, ist auch egal, weil dieser Auftritt für einen Laien sehr beeindruckend war und bei sehr vielen Laien zu Gänsehaut führte- und dadurch zum ersten Interesse für Klassik.
    Ich habe mir nun also seinen ersten Auftritt bei youtube mehrfach angesehen und mir die Frage gestellt, ob ich über diesen Auftritt hinaus wirklich Interesse habe. Ich habe mir zum Vergleich Nessun Dorma auch von Pavarotti angeschaut und angehört. Die Aufnahme bei youtube hat keine gute Qualität- auch dies berücksichtigtend, fand ich Pavarotti im Vergleich zu Potts grauenhaft.
    Mögen die Kunstkenner weiter CD`s von Pavarotti hören, der Rest der Welt wird einen größeren Unterhaltungswert bei Herrn Potts finden und deshalb werde ich mir nun seine “one chance” CD besorgen.
    Das alles wird mich aber auch nicht dazu führen, mir Herrn Bohlen anzutun, obwohl viele wohl auch den gut finden (dürfen).

    Und wie komme ich nun wohl dazu, im Klassikmagazin vorbei zu schauen ?- Paul Potts !.

  16. Martina
    21. Oktober 2008 at 17:37

    “Mögen die Kunstkenner weiter CD`s von Pavarotti hören, der Rest der Welt wird einen größeren Unterhaltungswert bei Herrn Potts finden.”
    Ja, das befürchte ich auch. Ich frage mich nur warum… Es ist wunderbar, wenn Herr Potts Leute, die diese Musik normalerweise nicht hören, zur Oper verführen kann und ich zolle ihm großen Respekt dafür, aber warum tut “die breite Masse” dann nicht den nächsten Schritt und beschäftigt sich mit Sängern, die es wirklich können? Es ist einfach nicht wahr, daß nur Herr Potts aufrichtige Emotionen vermitteln kann. Man versuche es z.B. mit Wunderlich, Callas, Villazón. Drei Sänger, die durchaus unterschiedlich sind, aber definitiv eines gemeinsam haben: bedingungsloses Aufgehen in ihrer Kunst, ein unverwechselbares Timbre und, was das Wichtigste ist, absolute Aufrichtigkeit in ihrem Gesang.

  17. Detlef
    22. Oktober 2008 at 12:42

    Na, Frau Martina (Pohl ?), step by step. Sie sollten nicht erwarten, daß ein (vielleicht ehemaliger) Kulturbanause gleich zu den großen Geschützen greift, aber vielleicht wird das ja noch.
    Zunächst ein mal hat es Herr Maurer oben am 17.08.2008 auf den Punkt gebracht. Gesangstechnisch kann ich das sowieso nicht beurteilen, sondern nur danach, was mir gefällt.
    Übrigens habe ich eine weitere Aufnahme bei youtube wohl aus 1980 von Pavarotti mit Nessun dorma gefunden, deutlich bessere Aufnahmequalität, ich korrigiere mich- Pavarottis Nessun dorma klingt da jedenfalls nicht grauenhaft, sondern deutlich besser- gut-, aber gefällt mir lange nicht so gut wie Potts. Vielleicht hätten die Pekinger auch Potts gern gehört, klingt auch aufregender und macht nicht müde.
    Übrigens- daß es nicht nur Potts gibt, habe ich verstanden, danke für die Hinweise.

  18. Shana-Soria
    29. Oktober 2008 at 21:29

    Das sich Paul Potts zutraut in die Klassik einzutauchen finde ich toll. Soll er sein Nesson Dorma singen wenn ihm das so gefällt. Mann kann ja nicht von heut auf morgen erwarten das er gleich einer von den großen wird.
    Er wird es schon weiter klug anstellen. Erstmals hat er es bis hier her geschafft und gezeigt das auch Klassik seine Vorzüge hat,selbst jenen die bisher auf dieser Ebene kein Zugang hatten von der breiten Masse da ihnen andere Musik passender erschien.
    Klar das Pavarotti eine Klasse für sich war. Trotz seines alters hat Pavarotti gewagt sich auch von einer anderen Seite zu zeigen. Man darf auch Älter werden und selbst wenn manches zu früher manchesmal anders ausfiel, hat er eineiges geleistet und macht ihn das gleich zu weniger? Trotz allem seiner wenigen Auftritte durch seine Krankheit hat er an seiner Anziehungskraft sein Charisma und wie er sein Metie verstand auf die Menschen noch Eindruck gehabt. Er hat auch verstanden junge Leute dafür begeistern zu können, wie meinen Sohn mit 5.Er sagt zu mir, ich mag den Menschen und wie er singt.

  19. Thomas Klein
    17. Februar 2009 at 00:59

    Paul Pott ist durch eine Casting-Show bekannt gworden und das werden ihm etliche Kritiker nicht verzeihen.
    Es gibt so viele aufgeblasene Nichtskönner in der Kunstszene, deren eitles Gehabe einfach nur nervt. Wenn jemand mit Gefühl und Liebe Kunst selbstvergessen, wie Paul Pott es vermag, darbietet, kann er sich ein paar feine Fehler leisten, meine Begeisterung und vieler anderer ist ihm sicher. Habe schon so oft im Theater selbstverliebte Künstler erlebt, deren Gestik, Mimik und Gesang nichts rüberbringen können, außer die Möglichkeit für unwissende Kritiker soviel wie möglich da hineinzuinterpreitieren, es ist einfach nur unerträglich, fast wie das spießige Publikum, die diesen eitlen Pfauen auch noch Applaus spenden. Theater, hat mir mal ein illusionsloser Kenner der Musikszene erklärt, sei eine Selbstversorgungsanstalt auf höchstem Niveau, Begabung zähle da weniger, sondern eher gute Beziehungen. Warum soll es in der Kunst auch anders sein. Was wäre aus Paul Pott mit den nötigen Beziehungen geworden. Hätte Caruso, der aus einer einfachen Arbeiterfamilie kam, heute noch eine Chance. Wieso mußte so ein Talent wie Maria Callas sich erst an einen reichen Industiellen verkaufen, um entdeckt zu werden. ? Wie reich wäre unsere Theaterlandschaft, hätten wir nicht nur gutausgebildete Handwerker mit Minimaltalent und niveauvollen Beiehungen. Ginge es gerecht zu, und würde Talent wirklich zählen, wir hätten auch gutausgebildete Paul Potts. Schönheit, Talent und Gute Ausbildung würden endlich wieder eine Einheit darstellen.

  20. Martina Pohl
    24. Februar 2009 at 15:52

    Zu Paul Potts werde ich nichts mehr sagen, immerhin tut der Mann nichts Böses und wem er gefällt, der soll ihn halt hören. Wenn es aber um Maria Callas geht, gebietet es meine Ehre, die Ihre zu verteidigen.
    Callas hat sich nicht verkauft. Niemals und an niemanden.
    Wenn sie manchen Leuten erst durch ihre Privatangelegenheiten ein Begriff geworden ist, und nicht durch ihre Aufführungen und aufnahmen, dann sagt das etwas über diese Leute aus, nicht über Callas. Sie war immer, „die Kunst, ach, die Kunst, und sie war immer ein Mensch, immer die Ärmste, die Heimgesuchteste, die Traviata.”
    Und sie ist es bis heute.
    Paule sei sein Ruhm und sein Geld gegönnt. Menschen können schlimmeres tun, als mittelmäßig singen und dafür viel Geld einstreichen.

  21. Koray
    8. April 2009 at 00:59

    Liebe Freunde der klassichen Musik!

    Ich frage mich manchmal Folgendes. Nehmen wir einmal Tennis. Wohl auch eine Kunst für sich. Da gibt es so viele verschiedene Schläge, den Top-Spin, den Long-Line, den Backhand-Slice, den Stop, Lop und Drop – nein, den letzten gibt es nur beim Badminton, scusi -, vom Crosspassierschlag, Aufschlag und Rückhandaufschlag – Mansour Bahrami läßt grüßen – ganz zu schweigen.

    Ob einer dieser Schläge “schwierig” ist oder nicht und “wie schwierig” ein jeder dieser Schläge ist und wann ein Spieler, den man gerade beobachtet, einen solchen Schlag technisch korrekt und irgendwie ästhetisch abhebend schön geschlagen hat, das, ja das erkennen eigentlich nur die, die auch Tennis spielen oder zumindest einmal Tennis gespielt haben.

    Diese Leute wissen eben, was “schwierig” ist und was nicht; was ein “gelungener” Schlag war.

    So viele Musikkritiker im Bereich des Operngesangs. Von selbsternannten ganz zu schweigen.

    Ich frage mich manchmal, wie viele davon schon einmal selbst gesungen haben.

    Ein Bildungsbürger, wer böses dabei denkt.

  22. Martina Pohl
    13. April 2009 at 17:31

    Ich weigere mich, Gesang mit Sport zu vergleichen.
    Das tun die Notenzähler unter den Kritikern zur Genüge. All die, die sich in der Oper und im Konzert in der Eissporthalle wähnen und ihre Strichlisten abarbeiten: Hohes C gesungen/nicht gesungen, Technik gut/ungenügend etc.
    Sport und Kunst kann man nur in einem Punkt vergleichen: wer heute als der neue Messias, als Heilsbringer gefeiert wird, bei dem heißt es oft kurze Zeit später, wenn es mal nicht so läuft “Kreuzige ihn!” Da geht es Klinsmann wie Villazón und beide tun sie mir leid.
    Im Übrigen: ja, ich singe selber seit ich 10 Jahre alt bin, und gar nicht mal schlecht. Ein Unterschied zwischen Paule und mir ist: ICH weiß ganz gut, was mein Gesang wert ist, wo er hingehört, und wohin eben nicht.

  23. Koray
    5. Mai 2009 at 23:18

    Ich weiß nicht, ob Paul Potts auch singt, seitdem er 10 ist. Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß er auch genau wußte, wo sein Gesang hingehört und wohin eben nicht. Er dachte sich sicher: “Entweder gehört mein Gesang auf die Bühnen dieser Welt und nebenbei verdiene ich viel Geld, weil die Menschen meine Stimme hören möchten oder er gehört in einen Laden, in dem ich weiterhin Handys verkaufe.” – Naja, er hat sich entschieden. Schön, daß andere sich auch entschieden haben.

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