Rätsel des Alltags

Rätsel des klassischen Alltags

Die crescendo-Redaktion entdeckte in geheimen Archiven folgende musikwissenschaftliche Analyse eines Ihnen sicher nicht unbekannten Werks. Bis heute konnte sein Komponist nicht zweifelsfrei identifiziert werden, die Quellenlage deutet jedoch auf eine Entstehung im deutschsprachigen Raum des frühen 19. Jahrhunderts hin. Erst aus dem späten 19. Jahrhundert sind verschiedene fragmentarische Abdrucke überliefert.

So fanden auch mehrere voneinander abweichende Textfassungen Verbreitung. Allen gemeinsam ist die Bukolik der Dichtung, die mit ihrer Tiermetaphorik (Federvieh am Wasser) zunächst ein friedliches Naturidyll heraufbeschwört, bevor die Mühsal des Überlebenskampfes und Möglichkeit des Scheiterns anklingen, die der Komponist eindrücklich und drastisch im finalen Quintsprung akzentuiert.

Mit dem Manuskript gingen auch die Hinweise zur Original-Instrumentierung verloren. Vieles deutet darauf hin, dass variable Besetzungen möglich sind. Für die Aufführungspraxis sind heute unzählige Fassungen tradiert und arrangiert, insbesondere für Kinderchor, Sologesang und kleinere Ensembles. Seine Popularität verdankt das Werk sicher zum einen der packenden Fasslichkeit und illustrativen Kraft seiner Melodien, zum anderen der Zeitlosigkeit seiner assoziationsreichen Bildersprache.

Bereits in den ersten beiden Takten des zehntaktigen Werks wird im Duktus beherzten Aufbrechens in aufsteigenden Sekunden schon fast der gesamte Tonraum der Komposition durchmessen, indem eine Achtelbewegung zunächst kontinuierlich höher drängt. Im weiteren Verlauf ertönt ein Motiv aus dem eindringlich vierfach repetierten Spitzenton und seiner auf einer Halben ruhenden Untersekunde. Zweimal wiederholt, steigert es sich in seiner Intensität. Dieses Motiv markiert Höhe- und Wendepunkt des Werks. Leicht variiert rückt der Komponist es um eine Terz hinab – eine vorübergehende Eintrübung, bevor die Melodie sich in einem letzten „Aufschrei“ erneut emporschwingt, um dann radikal in die Tiefe zu stürzen. Auch das strahlende Schluss-C-Dur vermag die Dramatik dieses Sprungs nicht ganz abzumildern.

Rätsel lösen und Ton Koopman gewinnen!

Was ist hier gesucht? Wenn Sie die Antwort kennen, dann schreiben Sie Ihre Lösung unter dem Stichwort „Alltags-Rätsel“ an die crescendo-Redaktion, Rindermarkt 6, 80331 München oder per E-Mail an gewinnspiel@crescendo.de. Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir die Edition „Ton Koopman: Bach, Orgel- und Cembalowerke, Kammermusik, Motetten (Archiv Produktion)“. Einsendeschluss ist der 20. April 2017.
Der Gewinner unseres letzten Alltags-Rätsels ist Helmut Hilberer aus Hamburg. Die Lösung war „Cathy Berberian“.
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