Berauschende Energie: „Gipfeltreffen – Reformation“

(Bundesjugendorchester und Bundesjugendballett in Berlin)

Gespräch mit dem Projektleiter des Bundesjugendorchesters Sönke Lentz über die gemeinsame Deutschlandtournee „Gipfeltreffen – Reformation“ von Bundesjugendorchester und Bundesjugendballett.

crescendo: Herr Lentz, unter dem Titel „Gipfeltreffen – Reformation“ begeben sich Bundesjugendorchester und Bundesjugendballett anlässlich des 500-jährigen Reformjubiläums gemeinsam auf Tournee. Was erhoffen Sie sich?
Sönke Lentz: Das „Gipfeltreffen“, so die überwältigende Erfahrung der letzten Tournee, gibt berauschende Energie frei. Die besten Musiker und die besten Tänzer einer Generation auf einer Bühne, dazu ein packendes Thema, zu dem die Jugendlichen selber arbeiten, und mit John Neumeier, Alexander Shelley sowie Michel van der Aa ein überragendes Künstlerteam – das verspricht musikalische Höchstleistung, künstlerische Tiefe und auch eine Prise Humor.

Auf dem Tourneeprogramm stehen unter anderem zwei zeitgenössische Werke. Zhang Disha choreografiert „Ein feste Burg“ von Enjott Schneider, und der Choreograf Andrey Kaydanovskiy widmet sich der Uraufführung einer Komposition von Michel van der Aa. Können Sie dazu etwas verraten?
SL: Das Thema Reformation sehen wir eng mit Luther verbunden, aber in der heutigen Zeit viel globaler. Wir müssen den Blick weiten für unterschiedliche, auch konträre, vielleicht sogar abwegige Ansätze. Deswegen haben wir ein internationales und interkonfessionelles Künstlerteam zusammengestellt. Für die Musik ist es wunderbar, mit dem Ballett eine weitere Bedeutungsebene dazuzugewinnen.

Worin sehen Sie die Hauptaufgabe des Bundesjungendorchesters, welchen Stellenwert nimmt es innerhalb der Orchesterlandschaft ein?
SL: Dieses Orchester gibt es nur einmal in Deutschland. Es vereint die besten jungen Musikerinnen und Musiker. Unser Ziel ist es, qualifizierte Entscheidungen zum weiteren Lebenslauf zu ermöglichen. Dies gelingt mit erstklassigen Dirigenten, Dozenten, Pädagogen, einem breiten Spektrum an künstlerischen Impulsen und viel Zeit. Mir macht die zunehmende Verkürzung aller Ausbildungsphasen große Sorgen, und ich kämpfe für die Ausstattung und Unterstützung, Wege, Irrwege, Intensität und Muße zu ermöglichen. Wenn wir das European Youth Orchestra retten wollen, dürfen wir das Bundesjugendorchester, die Landesjugendorchester und die weitverzweigte Orchesterarbeit darunter nicht außer Acht lassen.

Wie sehen Ihre nächsten Pläne für das Orchester aus?
SL: Wir freuen uns unter anderem auf das gemeinsame Konzert mit Mitgliedern unseres Patenorchesters, den Berliner Philharmonikern, das unter der Leitung von Sir Simon Rattle bei den Osterfestspielen Baden-Baden stattfindet.

12. bis 21. Januar
„Gipfeltreffen – Reformation“ von Bundesjugendorchester und Bundesjugendballett
Hamburg, Berlin, Dresden und andere Städte, verschiedene Spielorte.
www.bundesjugendorchester.de und www.bundesjugendballett.de

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