Weltpremiere Viola Profonda in Leipzig

Thomaskirche Leipzig, Innenraum

Das neue Streichinstrument, patentiert und benannt Viola Profonda, wird am Sonntag, den 02. November, durch seinen Instrumentenentwickler, dem bolivianischen Komponisten und Dirigenten Gerardo Yañez, in der Thomaskirche in Leipzig präsentiert. Dieses Instrument wurde durch den argentinischen Instrumentenbauer Gustavo Bellido erbaut.

In der Thomaskirche, in welcher Johann Sebastian Bach viele Jahre als Kapellmeister tätig war, befindet sich heute auch dessen Grab. Bachs Kompositionen haben die Entwicklung der universellen Musik vorangetrieben, die eine musikalische Ikone in der gesamten Musikgeschichte bildet – im Speziellen in der polyphonischen Art. Die Kompositionen sind ein immenser Beitrag für alle Generationen, die nach Bach gekommen sind.

Durch die Viola Profonda wird das klassische Streichquartett reformiert und komplementiert. Ihr Tonumfang ist eine Oktave tiefer als der der Violine und füllt die fehlende Tenorlage aus. So wird die harmonische Relation und das Gleichgewicht des Streichquartetts verbessert. Dieses Argument basiert auf der “sakralen Relation des natürlichen Gesangs”. Das Ergebnis dieser innovativen Entwicklung wird zum ersten Mal akustisch als ein Streichquartett mit vier verschiedenen Klangfarben und Klangräumen erklingen: Violine, Bratsche, Viola Profonda und Cello.

Im Prozess der Entwicklung der Viola Profonda wurde das Instrument von verschiedenen prominenten Musikern gespielt. Diese waren u. a. Frau Prof. Tabea Zimmermann, Musiker der Berliner Philharmoniker, Lehrer der Universität der Künste in Berlin, Assistentin der Hochschule für Musik Hanns Eisler Pauline Sachse, Instrumentalisten: Matthias Weise, Johannes Pennetzdorfer, Dirigent Gustavo Dudamel, Frank Di Polo (Präsident des venezolanischen Jugendorchesters). Einige Werke für dieses neue Instrument gibt es bereits von: u. a. Carlo Domeniconi, Carlé Costa, Helmuth Fenzel, Gerardo Yañez.

Programm
Kunst der Fuge (Ausschnitte), J. S. Bach
Et Misericordia aus der Kantate Magnificat, J. S. Bach
Der Titan – Prelude (Hommage an J. S. Bach) von Gerardo Yañez (Uraufführung)

Interpreten
Musiker des Gewandhaus-Orchesters Leipzig:
Violine: Tobias Haupt
Bratsche: Birgit Weise
Viola Profonda: Matthias Weise
Cello: Henriette Neubert
Orgel: Michaela Hasselt

Konzertpräsentation
Thomaskirche – Leipzig
Sonntag, den 2. November 2008 um 13.30 Uhr
Eintritt frei!

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Kommentare

  1. Cergio Prudencio
    29. Oktober 2008 at 22:27

    Ein Foto würde interessant zu sehen. Ich gratuliere herzliche Gerardo Yañez.

  2. Bernardo Calzadilla
    30. Oktober 2008 at 21:06
  3. Marcelo Yanez
    31. Oktober 2008 at 00:58

    Fotos des Instruments können sie ab 3.11.08 auf http://www.violaprofonda.com sehen.
    Viele Grüße
    Muchos saludos

  4. Marcelo Yanez
    4. November 2008 at 17:19

    Bitte entschuldigen Sie die Verpätung; die Fotos bzw. Videos zur Welturaufführung werden ab Donnerstag, den 6.11.2008 auf http://www.violaprofonda.de einzusehen sein.

  5. Arturo Pantaleón
    9. November 2008 at 01:48

    Ich freue mich für dich und teile deine Vision, es kann ein Neuen Kapitel in der Orchester Landschaft werden.

  6. Werner Grimmel
    25. Januar 2017 at 21:25

    Interessant, dass anscheinend gewisse Instrumente mehrfach erfunden werden. Die Viola profonda von Yañez ist nichts anderes als die Tenorvioline (französisch: Violon-Baryton), die der Geigenbauer André Sakellarides in Marseille bereis in den 90-er Jahren in anderer Form aber mit gleicher Stimmung und Bestimmung (Komplettierung der Streicherfamilie zwischen Bratsche und Cello) gebaut hat. Sie wird u.a. von Jacques Dupriez seither gespielt (einige Komponisten haben dafür komponiert). In meinem Violinkonzert “In warmem Golde fließen” (komponiert 1999/2000), uraufgeführt am 9.2.2001 in Stuttgart, kommt neben der Violine auch eine solche Tenorvioline solistisch zum Einsatz.
    Aber schon lange vor Sakellarides gab es dieses Instrument: als Violotta im späten 19. Jahrhundert, verwendet in Werken von Draeseke und anderen, danach wieder “vergessen”; Paganini hat es verwendet, und zu Bachs Zeiten gab es ebenfalls bereits ein Pendant …

    Von einem “neuen Streichinstrument” kann bei der jetzt erst (2008!) “patentierten” und “erstmals vorgestellten” Viola profonda keine Rede sein.

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